Lean Startup Machine Munich – Spiel, Satz, SIEG!

Wow, wir sind immernoch baff von dem Wochenende auf der Lean Startup Machine Munich bei You is Now. Schon letztes Jahr hat unser Gründungsteam an der Lean Startup Machine teilgenommen. Für alle, die nicht wissen, was die Lean Startup Machine ist: Ziel der LSM ist es innerhalb eines Wochenendes eine Produktidee zu validieren. Validieren heißt in dem Fall, dass man durch Customer Development herausfindet, ob die Idee überhaupt ein existierendes Nutzerproblem löst.

Freitag | Pitch – Problem – Customer

Am Freitagabend, den 9.8., ging es um 18:00 los. 72 Teilnehmer im 14.Stock der Ten Towers und massenhaft Pizza, damit hat das Ganze gestartet. Nach einer kurzen Präsentation kamen wir zu den Pitches. Schon vorher haben wir uns eine Idee überlegt – bzw. haben wir Fabians letzten Geistesblitz genutzt – und den Pitch dazu geübt. Und dennoch waren meine Knie wie Pudding, als ich vor knapp 80 Leuten 50 Sekunden Zeit hatte zu pitchen. Der Pitch ging so:

Imagine you travel to Paris next week. In plesant anticipation you look up places on lonelyplanet, on pinterest you find inspiration and those cute little cafés your girlfriend likes. On top your buddy tells you about this great bar with this cute waitress.

One week later you find yourself in the middle of Paris digging through your books, printouts, slips of papers and maps. Your girlfriend gets nervous not finding that café on the map.

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So Pitch erledigt, nachdem alle Teilnehmer 29 Ideen hatten, pro Team aber eine Minimum von 2 Leuten teilnehmen sollten, mussten wir mindestens 7 Ideen schon einmal raussieben. Abstimmung, jeder hat 4 Stimmen. Am Ende war unser Pitch auf Platz 9. Wir sind drin! Danach ging es an die Teamfindung. Ein voller Raum, alle werben wild für ihre eigene Idee und suchen sich das Team. Innerhalb von 3 Minuten kamen Anja und Christine zu mir, weil sie selber das beschriebene Problem kennen und kamen in mein Team, super! Eine Minute später gesellte sich auch Fabian aus Hamburg dazu. Das wäre geschafft! Team war voll!

Das Team:

Christine – Produktmanagerin bei mybestbrands
Anja – Produktmanagerin bei der Telekom
Fabian – Prokurist bei BeOne Hamburg
Andy und Ich (Anna)

JavelinBoard_1000x

Unser Javelin Board nach dem ersten Abend

Den Rest des Abends haben wir am Javelin Board (Genauere Hintergründe dazu folgen in einem weiteren Blogeintrag!) die Customer, Probleme, die Riskiest Assumption und unser Erfolgskriterium überlegt, denn am nächsten Tag galt es: „Get out of the building!

Samstag | Frust – Verwirrung – Erfolg

Samstag Morgen trafen wir uns wieder im Steve Jobs Raum in den Ten Towers – Ja wirklich, wir waren im Steve Jobs Raum – um und die Fragen für die erste Runde Customer Development zu überlegen. Um 11:00 Uhr wurden wir dann rausgeworfen mit dem Satz: „Get out of the building!“

Experiment 1:

Customer: Paare, die etwa 20-30 Jahre alt sind, öfter einmal reisen und dies auch wirklich planen – also eine Liste haben.
Problem: Die möchten unbedingt alles von ihrer Liste anschauen, wenn sie dort sind, sind frustriert, wenn sie es nicht schaffen.

Das Team verteilte sich auf die nahegelegenen Hotels, die Theatinerstraße und Residenzstraße. Treffpunkt um 13:00 Uhr wieder in unserem Raum. Ziel war 7 von 10 Befragten sollten das Problem kennen. Um 13:00 Uhr wieder im Raum versammelt, waren alle irgendwie frustriert. Nach 12 Befragungen nur ein Early Adopter, der das Problem tatsächlich kennt und uns gerne seine Mail-Adresse gegeben hat, um ihn weiter zu kontaktieren. Okay, das nenn ich mal invalidiert!

Experiment 2:

Dann kam Ralf, einer der Mentoren, zu uns und gab uns den Tipp es mit 3 Fragen zu versuchen und Timeboxed vorzugehen. Heißt: 30 Minuten mit 3 zielgerichteten Fragen auf die Leute zugehen, und sobald ein Nein kommt, weitergehen. Nach 30 Minuten Köpfe zusammen und Ergebnisse anschauen. So kann man viel schneller pivotieren und die Richtung ändern. Das Beste daran ist, durch die kurze Zeit ist man denkt nicht daran, wie wahnsinnig schlimm es ist fremde Leute anzuquatschen! Man ist gezwungen Leute anzusprechen – man möchte ja nicht ohne Ergebnisse zurückkommen, wenn die anderem im Team welche haben. Sozialer Druck wirkt! ;)

Okay, lass es uns versuchen! Alle waren wieder motiviert!

Customer: Personen (nicht mehr zwingend Paare wie in Experiment 1) zwischen 20 und 30, die schon einmal auf einer großen Reise waren und diese geplant haben.
Problem:  Sie suchten nach Infos auf verschiedenen Kanälen und wollen dann nicht mit vielen Büchern unterwegs sein.

Und siehe da, nach 30 Minuten war klar die Idee muss eine andere sein. Die Menschen haben irgendwie kein Problem damit Bücher, Blätter, Karten und Smartphone dabei zu haben, wenn sie reisen. In Zahlen: NULL!

Experiment 3:

Okay, also das war es nicht, aber was uns auffiel, die Leute erwähnten immer wieder das Thema Insidertipps und Empfehlungen. Also ein schneller Pivot im Marienhof.

Customer: Hippe junge Leute, die viel Reisen.
Problem: Wollen Insidertipps, an denen keine Touris sind.

So hieß es wieder mit 3 anderen Fragen zum Thema Insidertipps 30 Minuten – uuuuund los! Nach weiteren 30 Minuten kamen wir mit 3 Mail-Adressen und 50 ct. für verkaufte Insidertipps zurück. Wow, es schien, wir haben etwas gefunden, was die Leute wollen und brauchen! Und wir merkten, dass es eher „Hipster“ sind, die an Orte wollen, an denen sie  – Zitat eines sehr netten Befragten – „the first man on the moon“ sind.

Ergebnis: Validiert! :)

2. Version der Landingpage

2. Version der Landingpage

1. Version der Landingpage

1. Version der Landingpage

Experiment 4:

Nach dem Ergebnis gingen wir zurück in unser Headquarter und trugen alles zusammen, überlegten uns, wie wir weitermachen würden. Okay, eigentlich würden wir gerne zwei Dinge probieren:

  1. Eine Landingpage bauen und Hipster-Traffic draufschicken und sie hypothetisch 1,99€ für fünf Insidertipps für eine frei wählbare Stadt zahlen lassen.
  2. Eine echte Karte von München mit fünf Insidertipps kennzeichnen und diese auf der Straße für 2€ verkaufen.
    MAP_LSM2013

    Die Karte, die wir verkauften. Die Tipps sind echt!

Also teilten wir uns für den Abend auf:

Texte, Bilder, Landingpage bauen. Am Ende des Abends war die Landingpage fast fertig – alle waren so motiviert und das Thema Hipster hat für genausoviel Verwirrung wie kreativen Spaß gesorgt! :)

Sonntag | Spiel – Satz – Sieg

Am Sonntag waren alle weitestgehend ausgeschlafen, erstellten die Karte und finalisierten die Landingpage. Andy und ich blieben am Rechner und generierten Traffic für die Landing Page. Aber mit 2 Subscriptions auf 101 Visitors? Das kann so nichts werden! Darum begann Andy die Landingpage zu adaptieren, ich erstellte währenddessen eine Facebook Seite, postete wie wild auf Facebook, Twitter, Meetup.

Experiment 5:

Ergebnisse_MapExperiment_1000xChristina, Fabian und Anja gingen auf die Straße mit der Vorgabe 6 Karten an Hipster zu verticken.
Naja und dann ging es schnell. Im 5-Minuten Tackt bekam ich eine Mail mit den Bildern der Leute, die die Karte kauften. Im Nachhinein betrachtet hätten wir 5€ dafür nehmen sollen!

Ergebnis: Bis auf einen Menschen, der keine Karte kaufen wollte, haben alle Christine eine Karte abgekauft: 12€ Nettogewinn!!!

Gut und jetzt passierte etwas Magisches – WIR SPRENGTEN DAS JAVELIN BOARD!

Experiment 6:

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Unser Javelin Board

Das Board erfasst nur 5 Experimente, wir haben aber dann einen Lucky Shot probiert. Ralf gab uns wieder den Tipp alles überflüssige von der LP zu schmeißen und die Hipster rauswerfen und auf Insider-Tipps zu gehen. Und innerhalb von 1 Minuten hatten wir eine Conversion von 17%. Wir haben es! Jawohl! Keep it simple funktioniert!

Und dann sahen wir auf die Uhr: Präsentationsabgabe in 10 Minuten und wir haben noch nicht einmal die Vorlage! Okay, das haben wir dann am Ende noch hinbekommen. leider…oder zum Glück…haben wir dann die Form der Präsentation nicht mehr einhalten können und improvisiert.

Präsentationen und Preisverleihung:

LSM_Siegerteam

Anna, Andy,Christine (Anja und Fabian mussten abreisen)

Insgesamt 22 Gruppen präsentierten…langer Marathon kann man sagen. Es gab echt gute Ideen und auch gut validierte Ideen, Leute mit 150 Facebook-Fans! Leute, die am Vorabend bis 3:00 nachts noch gearbeitet haben. Wir sahen uns irgendwo im vorderen Drittel, aber Gewinner? Auf keinen Fall! Molly las alle grupppen vor, die nicht unter den Top 3 sind, okay, wir kamen nicht. Ich erwartete mich jede Sekunde zu hören. Platz 3: Wo sind die gesunden Restaurants?…nicht wir…“Cool wir sind 2. geworden!“ war mein Gedanke…Platz 2: Gullivers Reisen..und da schwante es mir. Ich suchte den Blickkontakt zu meinem Team, konnte es nicht fassen. Hatten sie uns einfach vergessen, hatte ich uns vielleicht doch überhört? Nein, es stimmte! Wir haben gewonnen!

Fazit:

Das Wochenende war hart, aber echt cool. Ich habe so viel gelernt, ein tolles super homogenes Team gehabt und vor allem so viel Spaß gehabt! Ich kann es jedem nur empfehlen! Großartig! Was ich gelernt habe?

  • Really! Keep it simple! Viel hilft wirklich nicht viel!
  • Timeboxed vorzugehen ist wahnsinnig hilfreich und effektiv!
  • Es braucht nur 3 Fragen (Dazu folgt noch ein Blogeintrag!)
  • Manchmal muss man einfach die Konventionen brechen!
  • Nimm dir die Zeit deine Ergebnisse auszuwerten! Anders kannst du nicht fokussiert lernen!

Hier findet ihr weitere Beiträge zur Lean Startup Machine Munich 2013:

Wie sieht eure Vorgehensweise aus? Oder wart ihr vielleicht sogar selbst schonmal auf einer Lean Startup Machine? Teilt eure Eindrücke mit uns!

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