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Die Buch App - Solution Interview

DieProduktMacher

DieProduktMacher |

31. Juli 2013 |

- min Lesezeit

In meinem letzten Artikel über die Buch App habe ich beschrieben, wie es mir bei den Problem Interviews ergangen ist und was ich dabei über die Nutzer, deren Problem und aktuelle Alternative gelernt habe. Als ich nach 30 Interviews die Antworten auf meine Fragen kannte und dazu noch 5 Early Adopter gefunden hatte, kam ich zum nächsten Schritt: **Die Solution Interviews**

Ziel der Interviews war es:

  1. Den Preispunkt herauszufinden. Also wieviel meine Nutzer mir dafür geben, um tatsächlich diese App zu besitzen
  2. Zu wissen, welches minimale Feature-Set ich für den MVP, also den ersten Wurf meiner App, benötige

Die Interviews

Der MVP

1. Schritt: Fragebogen:

Ash Maurya beschreibt in Running Lean, dass er empfiehlt eine Demo zu bauen, bevor die Solution Interviews beginnen. Das fand ich in dem Fall schon einen Schritt zu weit und besan mich auf das Problem und was ich brauche, um das Problem zu lösen. Das hat mich auf drei User Stories gebracht:

  1. Ich will die Bücher leicht in die App bekommen (Scannen/ISBN/manuell eingeben)
  2. Ich will eine sortierbare Bücherliste (Nach Buchtitel, Verleihdatum, Person)
  3. Ich will erinnert werden (Nach XX Tagen, Am 30.8., per Push, Mail, Ton)

Zunächst sind es ja nur Hypothesen, dass meine Nutzer genau dies wollen, aber wusste ich das da schon? Eher nicht, deswegen bin ich dann mit diesen drei Cases auf meine bereits gefundenen und neuen Early Adopter zugegangen und habe sie in offenen Fragen und Alternativfragen dazu befragt, was sie sich vorstellen. Wenn die Leute schon einmal begeistert sind - und als Early Adopter sind sie das dann auch - dann ist es ein Leichtes von ihnen noch Vorschläge, Wünsche und Feedback zu bekommen.

Ich startete mit der offenen Frage, was denn so eine App alles können sollte. Relativ schnell kamen von den meisten sehr ähnliche Antworten, die meine Annahmen dann auch verifizierten. Das machte es dann auch einfach tatsächlich die von mir überlegten Features genauer abzufragen.

Mein Interview war diesmal etwas anders als beim ersten Mal, weil ich meine Interview-Partner teilweise bereits kannte und immer wieder neue Fragen aufkamen, die ich zu klären hatte.

Zu Beginn bin ich einfach mit Fragen auf sie zugegangen. Ich wollte abklären ob die Funktionen prinzipiell in die Richtung gingen, wie meine Early Adopter sie am Ende benötigen würden. Also bin ich auf meine bestehenden Kontakte losgegangen und habe über das Netz noch weitere akquiriert. Dann hat mir eine meiner Interview-Partner einen Tipp gegeben, der mich erstmal Schlucken lies. “Schreib doch mal Karla Paul an!” Karla Paul ist Social Media Beauftragte von Lovelybooks und hat sowohl auf Twitter, als auch auf Facebook jeweils mehr als 5k Reichweite. Auch wenn es mich doch etwas Mut kostete, war das sehr sehr erfolgreich. Ihr Post hat mir alle Early Adopter gebracht, die ich brauchte und sehr viele Anregungen, Ideen und Features, sowie Wettbewerber und außergewöhnliche Wünsche. Daher auch nochmal ein riesiges Danke an Karla!

Doch irgendwie fehlte was in den Interviews. Ich erklärte, dachte  mir Elevator Pitches aus und umschrieb blumig, was es wird. Nach der Lern-Pyramide von Green & Green nehmen Menschen durch lesen und Vorstellung lediglich 10% der Information auf. Audio-visuell bereits 20%. Da war der Vorschlag von Fabian also nahe Paper Prototypes zu erstellen - also ging´s ran ans Papier.

2. Schritt: Paper Prototyping

Das Paper Prototyping kommt ursprünglich aus der userzentrischem Designentwicklung. Ziel ist es mit wenig Aufwand schon aufzuzeigen, wie das Programm, die App etc. funktionieren wird oder kann und vor allem zu testen, ob die Überlegungen sinnhaft sind, bevor Entwicklungsaufwand in das Produkt fließt. Mehr Infos zum Paper Prototyping findet ihr auch im Blog von Relevate Design.

Meine Paper Prototypes haben verschiedene Vorteile gehabt. Zum Einen habe ich für mich noch einmal klar gemacht, was eigentlich der wichtige Punkt der App ist und mich auch darauf zu konzentrieren, was wichtig ist - das Problem zu lösen. Ein Bild der Prototypes habe ich dann meinen Early Adoptern geschickt. Tipp hier: Meine Erfahrung zeigt, dass das Verschicken von Paper Prototypes eher suboptimal ist, weil man den Leuten ein riesen Bild schicken muss und sie dann auch nicht wirklich klicken können. Wenn man nach der Lernpyramide geht, wäre doch das Anwenden und Tun das Höchste, das Lehrreichste, was die Menschen tun könnten, um zu verstehen und Feedback dazu zu geben. Was würde ihnen also ein Gefühl geben, wie die App einmal werden könnte OHNE sie zu bauen? Ein Prototyp…

3. Schritt: Prototyp

Also ging es an . Mit der schnellen Hilfe von war innerhalb eines Tages der Prototyp auf Basis der Paper Prototypes gebaut. Ein bisschen wurde dann noch hin und her geschraubt und fertig! Und was ich hier für Feedback bekam war ein qualitativ sehr viel hochwertigeres, als durch reines Fragen und Bildern von meinen Paper Prototypes. Von ganz alleine, ohne großes Fragen kam schon Input, Vorschläge, Wünsche, Kritik, welches sehr viel half.

4. Schritt: Landingpage

Zu guter Letzt habe ich letzte Woche eine zu der App gebaut, die noch einmal eine Indikation geben kann

  • wie hoch die Conversion auf das Produkt ist
  • Mir eine Idee gibt bzgl. der Wahl des Endgeräts, oder ob es vielleicht eine Responsive Website wird.

Zum Glück gibt es heute dazu so hilfreiche Tools, wie , oder . Sie helfen einem ohne viel technischem Tiefenwissen eine saubere Landingpage zu bauen

5. Schritt: Der Preispunkt

Ein wichtiger Punkt in den Solution Interviews ist es am Ende den Preispunkt abzufragen. Das scheint zunächst ganz easy, ist aber etwas tricky. Warum? Wenn ich jemanden der mir wohlgesonnen ist - das sind die Leute, die einem zu diesem Zeitpunkt noch antworten in der Regel - frage, ob er bereit “wäre” dafür den Preis x zu bezahlen, dann sagt diese Person ja. Was hilft ist sich ein kleines Konstrukt zu bauen:

  • In absoluten Formulierungen sprechen, also kein wäre hätte, würdest, sondern stattdessen eher in die Richtung: “Die App kostet 3,99 €, kaufst du sie dir jetzt?”
  • Für die Wagemutigeren: “Die App kostet 3,99 €. Trag dich in eine verbindliche Liste ein und du bekommst die App sofort beim Launch. Wenn sie dir nicht gefällt, bekommst du dein Geld zurück. Kann ich dich eintragen?” Wer jetzt ja sagt ist Early Adopter at its best!

Ich habe beides probiert und bei mir hat die zweite Version zu ausschließlichen Neins geführt und zu Reaktionen, wie “Ich dachte ich helfe dir bei deiner App und jetzt willst du mir was verkaufen!”. Ich schätze mal, dass erstens das Befragen fast ausschließlich über das Netz weniger Vertrauen aufbaut, als es das tut, wenn man jemanden gegenüber steht und zweitens, dass die Menschen im Web so oder so sehr vorsichtig sind in Zeiten von Trickbetrügern und krummen Maschen. Die erste Version hat mir eine Conversion von über 50% beschert!

Auswertung der Interviews

Aktuelles Ergebnis meiner Solution Interviews:

11 Interviews 7 davon, die sie sich gegen Geld kaufen möchten Ein Preispunkt-Schnitt von 2,62 €

Aber was gehört denn jetzt in den MVP?

Viele Features und nur ein MVP! Ich habe nach vielen hilfreichen Interviews auch sehr viele Anregungen und Möglichkeiten, sowie Features vorgeschlagen bekommen. Aber was machen mit so vielen Ideen und Vorschlägen, wie die App einmal aussehen kann? Ich habe mir ein Feature-Board gebaut, auf dem ich alle Ideen abgetragen habe. Die Spalten sind Ideen - Später - MVP. Um in die Spalte MVP zu Rutschen muss die Frage “Braucht der User dieses Feature, um sein Problem zu lösen?” mit einem klaren “Ja!” beantwortet werden. Hilfreich ist hier auch der Lean Canvas!

Die App ist inzwischen in der Konzeption, daher bleibt mal gespannt - Ich bin es in jedem Fall! Welche Erfahrungen hattet ihr schon mit den Solution Interviews? Was hat euch geholfen?


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